Kleine Geschichte der Tin Whistle

Die ältesten erhaltenen Whistles stammen aus dem 12. Jahrhundert. Der Begriff Penny Whistle stammt aus dem 15. Jahrhundert (aufgrund der Verbreitung des Instruments unter Bettlern und Vagabunden), die Bezeichnung Tin Whistle hingegen entstand erst im 19. Jahrhundert. Dennoch war keiner der beiden Namen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wirklich gebräuchlich. Die ersten industriell gefertigten Whistles wurden von Robert Clarke in England hergestellt und unter dem Namen Clarke Flageolets vermarktet. Clarkes erste Whistles waren in A gestimmt und wurden später auch in anderen Tonarten hergestellt, die besser zu der viktorianischen parlor music passten. Clarke präsentierte seine Whistles auf der Weltausstellung von 1851. In der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts kamen weitere Produzenten wie Barnett Samuel und Joseph Wallis hinzu und brachten die ersten Whistles mit einem zylindrischen Messingkorpus (statt eines konischen Blechkörpers) auf den Markt. Die damaligen Mundstücke waren noch aus giftigem Blei! In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die zylindrische Bauweise von der Firma Generation aufgegriffen, anfangs auch noch mit Bleimundstück. Im Laufe der Jahre erfolgte dann die Umstellung auf Kunststoff. In den 60er Jahren wurden die Low Whistle von Finbar Furey wiederentdeckt, der sich von Bernard Overton Instrumente bauen ließ. In den letzten Jahren erlebt speziell die Low Whistle ein Revival und es entstehen neue Instrumente in diversen Tonarten.

Tin & Low Whistles in verschiedenen Tonarten aus Metall, Holz und Carbon (c) Ella Zotos

Stimmung

Tin Whistles sind diatonisch gestimmt, also dafür konzipiert, mit einfachen Griffen eine Tonleiter in einer bestimmten Tonart spielen zu können. Im Gegensatz zu chromatischen Flöten (z. B. Blockflöten oder klassischen Querflöten), auf denen man alle Halbtöne und somit alle Tonarten spielen kann, benötigt man beim Whistle spielen für eine andere Tonart ein anderes Instrument. Der Vorteil ist, dass der Fingersatz unabhängig von der Tonart immer gleich bleibt. Folgende Tonarten kann man mit den jeweiligen Whistles spielen:

Dorische und mixolydische Tonleitern sind alten Kirchentonarten (engl. modes), die in der europäischen Musik des Mittelalters weit verbreitet waren und „weder Dur noch Moll sind“. Bei der dorischen Tonleiter ist die Sext nicht klein (wie bei der Moll-Tonleiter), sondern groß. So ist etwa die sechste Stufe der dorischen Tonleiter in D nicht das Bb, sondern das H. Bei mixolydischen Tonleitern ist die Septime klein und liegt damit statt einem Halbton einen Ganzton unter dem Grundton – häufig in traditionell irischer und schottischer Musik.

Quellen: http://www.tin-whistles.de | https://tinwhistlekurse.de