Workshops

Workshops für Tin Whistle

Die Tin Whistle stammt ursprünglich von den britischen Inseln und gehört in Irland auch heute noch zu den verbreitetsten Instrumenten. Ihren unverwechselbar hellen Klang hört man allerdings schon lange nicht mehr nur auf Irish Folk-Sessions. Auch in der Mittelalter-Szene hat die kleine Blechflöte in den vergangenen Jahren eine beachtliche Karriere hingelegt und gehört mittlerweile zum Standardinstrumentarium bekannter Bands wie Schandmaul, Eluveitie oder In Extremo.

Anfänger-Workshop auf dem Festival Mediaval 2018 (c) Ella Zlotos

Im Anfänger-Workshop lernt ihr anhand eines einfachen Instrumentalstücks die Grundlagen des Melodiespiels. Außerdem lernt ihr ein paar einfache Verzierungen kennen, mit denen ihr den charakteristischen Klang der Tin Whistle eindrucksvoll zur Geltung bringen könnt. Im Aufbau-Workshop werden die bereits erlernten Grundtechniken anhand eines weiteren Instrumentalstücks vertieft. Zusätzlich lernt ihr Verzierungstechniken kennen, mit denen ihr jedem Song ein unverwechselbar „irisches“ Flair verleihen könnt. Notenkenntnisse oder musikalische Erfahrung sind dabei nicht erforderlich.

Neben meinen Workshops gebe ich auch Privatunterricht für Tin und Low Whistle in Würzburg – sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Ich berate euch gerne beim Kauf einer geeigneten Whistle und beantworte alle Fragen rund um das Thema Live-Performance und Mikrofonierung.

Kleine Geschichte der Tin Whistle

Einfache Flöten aus Knochen, Holz oder Schilfrohr gehören zu den ältesten Instrumenten überhaupt. Der ersten schriftlichen Erwähnung zufolge lässt sich die Whistle (bzw. deren Vorläufer) bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. Der erste archäologische Fund im alten Normannen-Viertel Dublins stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Die ersten industriell gefertigten Whistles wurden in den 1840ern von Robert Clarke in England aus zusammengerolltem Zinnblech (deswegen die Bezeichnung tin whistle) hergestellt und konnten so sehr günstig produziert und erworben werden. Deswegen wurde das Instrument auch penny whistle genannt, wobei sich dieser Name auch auf umherziehende Musiker beziehen könnte, die auf der Straße Whistle spielten und als Gegenleistung pennies von den Passanten erhielten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen weitere Produzenten wie Barnett Samuel und Joseph Wallis hinzu und brachten die ersten Whistles mit einem zylindrischen (statt eines konischen) Korpus auf den Markt. Die damaligen Mundstücke waren noch aus giftigem Blei. Die zylindrische Bauweise wurde im 20. Jahrhundert von der englischen Firma Generation aufgegriffen, anfangs auch noch mit Bleimundstück. Im Laufe der Jahre erfolgte dann die Umstellung auf Kunststoff.

Während des Irish Folk-Revival in den 60er/70er Jahren entwickelte Bernard Overton im Auftrag des Musikers Finbar Furey die Low Whistle (eine Oktave tiefer als die Tin Whistle). Das Instrument wurde in den 70er/80er Jahren schnell populär und erfreut sich seitdem einer immer größer werdenden Beliebtheit. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an hochwertigen, handgemachten Tin und Low Whistles aus den verschiedensten Materialien.

Tin & Low Whistles in verschiedenen Tonarten aus Metall, Holz und Carbon (c) Ella Zlotos

Stimmung & Tonarten

Tin Whistles sind diatonisch gestimmt, also dafür konzipiert, mit einfachen Griffen eine Tonleiter in bestimmten Tonarten spielen zu können. Im Gegensatz zu chromatischen Flöten (z. B. Blockflöten oder klassischen Querflöten), auf denen man alle Halbtöne und somit alle Tonarten spielen kann, benötigt man beim Whistle spielen für eine andere Tonart meistens ein anderes Instrument. Folgende Tonarten kann man mit den jeweiligen Whistles spielen:

Whistle Dur (ionisch) Moll (aeolisch) dorisch mixolydisch
C C / F A / D D / G G / C
D D / G B / E E / A A / D
E E / A C# / F# F# / B B / E
F F / Bb D / G G / C C / F
G G / C E / A A / D D / G
A A / D F# / B B / E E / A
Bb Bb / Eb G / C C / F F / Bb
B B / E G# / C# C# / F# F# / B

Achtung, ich benutze die englische Notation: Das deutsche H ist hier als B notiert, das deutsche B als Bb

Dorisch und mixolydisch sind alte Kirchentonarten (engl. modes), die sehr häufig in traditioneller irischer und schottischer Musik gebraucht werden. Außer der Low D sind alle Whistles transponierende Instrumente, das heißt die Noten sind (meistens) in einer anderen Tonart oder Oktave geschrieben, als das Instrument tatsächlich klingt. Es wird bei der Notation quasi so getan, als seien alle Whistles Low D Whistles – auch wenn die Musik, die rauskommt, höher, tiefer oder in einer anderen Tonart ist. Der Vorteil ist dabei, dass der Fingersatz unabhängig von der Tonart immer gleichbleibt.

Quellen: G. Larson, The Essential Guide to Irish Flute and Tin Whistle (2003) | www.tin-whistles.de | www.tinwhistlekurse.de